Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebenssituation junger und alter Menschen im Ruhrgebiet durch die Optimierung der medizinischen Versorgung mit einem besonderen Augenmerk auf vulnerable Gruppen 


Ziel des Forschungsprojektes ist die Abbildung, Analyse und Optimierung der medizinischen Versorgung der Wohnbevölkerung des Ruhrgebiets mit besonderem Schwerpunkt auf die vulnerablen Gruppen junger und älterer Menschen. Damit wird ein substanzieller Beitrag zur Jugend- und Altenhilfe in der Region geleistet.

Um auf eine adäquate medizinische Versorgung aller Menschen im Ruhrgebiet fokussieren zu können, ist es einerseits nötig, die bestehenden Versorgungsstrukturen abzubilden und mögliche Engpässe zu identifizieren. Andererseits müssen die Versorgungsbedarfe derjenigen besondere Berücksichtigung finden, die einen Sonderbedarf an medizinischen Leistungen bzw. situationssensible Bedürfnisse haben. Dies betrifft in erster Linie vulnerable Gruppen wie Jugendliche und ältere Menschen, insbesondere mit niedrigem sozioökonomischem Status (SES). Darauf aufbauend können die zusätzlich notwendigen Kapazitäten oder Kompetenzen bestimmt werden. Abschließend werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, die vor einer möglichen Umsetzung ganzheitlich geprüft werden – etwa im Hinblick auf systemimmanente Hürden, gesundheitsökonomische oder ethische Implikationen.

Steigende Kinderarmut und demographischer Wandel werfen drei wesentliche Fragen auf:

(1) Welche besonderen gesundheitlichen Risiken hat die wachsende Gruppe älterer Menschen und Jugendliche – insbesondere mit niedrigem sozioökonomischen Status (SES) im Ruhrgebiet?

(2) Welche Herausforderungen bestehen für die gesundheitliche Versorgung dieser vulnerablen Gruppen?

(3) Wie kann diesen Herausforderungen im Ruhrgebiet adäquat begegnet werden und eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung der alten und jugendlichen Menschen – insbesondere mit niedrigem SES – gewährleistet werden?

Zur Beantwortung der Fragen kommt der Versorgungsstruktur, der Morbidität, der Leistungsinanspruchnahme und den ungedeckten Behandlungsbedarfen eine besondere Bedeutung zu. Neben einer Recherche der Versorgungsstrukturen im Ruhrgebiet werden zur Analyse der Morbidität und Inanspruchnahme medizinsicher Leistungen im Ruhrgebiet Sekundärdatenanalysen durchgeführt. Darüber hinaus werden unerfüllte Behandlungswünsche mithilfe einer eigenen qualitativen Befragung erhoben.

 

Bei weiteren Fragen und Anregungen zum Projekt wenden Sie sich bitte an Sarah Ströhl und Elias Kühnel: forschung@bafg-ev.de.